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Hongibienen als Vorbilder
Viele Mönche und Nonnen betrieben Imkerei, und das Bienenvolk wurde oft als Vorbild nicht nur für Klöster, sondern für die gesamte Gesellschaft beschrieben. Im Kontext der Klöster erregte die vermeintliche Keuschheit der Arbeiterbienen besondere Aufmerksamkeit: Wie sie gaben auch die zölibatären Mönche und Nonnen ihre Familien auf, um sich ganz dem Wohl der Gemeinschaft zu widmen. Bienen halfen Kardinal Maffeo Berberini, Papst zu werden. Sein Familienwappen zierte ursprünglich Bremsen, die Berberini in Bienen verwandelte. Bienen galten nicht nur als edler und prestigeträchtiger, sondern waren seit der Antike auch bekannte Symbole für Hingabe und Beredsamkeit. Darüber hinaus war ihr Bienenstock ein beliebtes Symbol der Kirche und ihrer Gläubigengemeinschaft. Als Papst Urban VIII. dankte er den Bienen, indem er ihre Bilder überall in Rom anbringen ließ, unter anderem auf den Säulen des Petersdoms. |
Honig und Bienenwachs
In vielen Kulturen und Religionen, wie etwa im antiken Griechenland und im Judentum, symbolisiert die natürliche Süße des Honigs die wohlklingenden Worte begabter Redner. Auch im Christentum findet sich diese Tradition, wie eine Legende über den Kirchenvater Ambrosius (339–397) belegt. Der Legende nach sah Ambrosius' Vater als Kind einen Bienenschwarm auf seinem Mund landen. Obwohl der Vater um seinen Sohn fürchtete, stachen die Bienen ihn nicht, sondern brachten ihm Honig. Der Vater deutete dieses Ereignis als Zeichen Gottes, dass sein Sohn ein großer Redner werden würde. Der heilige Ambrosius wurde später als der „honigsüße Arzt“ bekannt und war berühmt für seine Predigten. Bis heute wird er von Imkern als ihr Schutzpatron verehrt. |