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Traditionell wurde die Honigernte nur ein- bis zweimal jährlich betrieben, und verantwortungsbewusste Jäger sorgten dafür, dass genügend Honig für die Bienen übrig blieb, damit diese sich in den folgenden Jahren wieder vermehren konnten. Jüngste Entwicklungen haben dies jedoch verändert: Immer mehr Touristen kommen in die Region, um die Honigernte zu beobachten. Reiseveranstalter haben ein lukratives Geschäft daraus gemacht und setzen die oft mittellosen Jäger unter Druck, regelmäßig ihre Leitern hinaufzusteigen. Eine weitere Bedrohung stellt der wachsende Ruf des Himalaya-Honigs als Heilmittel dar. Er wird exportiert und in der traditionellen japanischen, chinesischen und koreanischen Medizin verwendet. Besonders begehrt ist der rosafarbene Frühlingshonig. Seine Farbe und psychotrope Wirkung verdankt er den Toxinen in den Blüten der Rhododendren, die den Bienen in den Frühlingsmonaten reichlich Nahrung bieten. Die steigende Nachfrage hat auch die Aufmerksamkeit der Regierung auf die abgelegenen Klippen gelenkt, und immer mehr Auftragnehmer dringen in das Gebiet ein, um den Honig zu ernten. Zusammen mit dem schwindenden Interesse der jüngeren Generation an der Fortführung dieser Praktiken könnten diese modernen Entwicklungen bald zum Ende dieser alten Tradition führen.
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