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Die Maya und die stachellose Biene
Seit mehr als 3.000 Jahren betreiben die Maya in Mittelamerika die Imkerei der stachellosen Biene (Melipona beccheii), und viele der damit verbundenen Traditionen und Rituale sind bis heute ein wichtiges kulturelles Erbe. Die stachellosen Bienen werden in der Yucatec-Maya-Sprache auch Xunan-Kab genannt, was so viel wie „Königliche Biene“ bedeutet. Dieser Titel unterstreicht die Erhabenheit der Bienen, die als direkte Nachkommen der Gottheiten der lokalen Kultur gelten. Viele Gottheiten stehen in direktem Zusammenhang mit den Bienen und belegen deren immense Bedeutung für die Region. |
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Honig
Die traditionelle Maya-Medizin basiert auf der Vorstellung, das Gleichgewicht der Körpertemperatur durch die Anwendung von als heiß oder kalt geltenden Produkten wiederherzustellen. Honig der stachellosen Melipona gilt als heiß und wird daher zur Behandlung von Kälteerkrankungen wie Verdauungsbeschwerden oder Fieber eingesetzt. Da er auch mit Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht wird, verwenden Hebammen ihn häufig vor, während und nach der Geburt. Obwohl die alten Maya auch Honig von anderen, nicht domestizierten Bienenarten sammelten, gilt nur der Honig der stachellosen Melipona als heiß und kann den Gottheiten bei Ritualen oder Zeremonien geopfert werden. |