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Die Ogiek – Honigjagd und Imkerei in Kenia
Die Ogiek leben im Mau-Wald im kenianischen Rift Valley. Ogiek bedeutet so viel wie „Hüter aller Pflanzen und Wildtiere“. Als Jäger und Sammler betrieben sie traditionell Wanderimkerei in Baumstammbeuten (Muiynget), die sie je nach Blütezeit durch ihr Gebiet transportierten. Diese aus rotem Zedernholz gefertigten Beuten wurden an hohen Bäumen aufgehängt. Traditionell war die Imkerei ausschließlich Männern vorbehalten, insbesondere den Ältesten der Gemeinschaft. Zur Honigernte wurde ein Bündel Stöcke, Sasiat genannt, verwendet, um die Bienen auszuräuchern. Die Jäger ließen stets genügend Waben in den Beuten zurück, um die Bienen zum Bleiben zu animieren. Die Ogiek sammelten auch Honig von Bodenbienen, indem sie bienenfressende Vögel zu den Nestern führten. Wenn die Bienen während der Trockenzeit wanderten, folgten die Menschen ihnen. |
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Die Ogiek wurden durch die britische Kolonialherrschaft vertrieben, die großflächige Rohstoffgewinnung gegenüber traditionellen Wirtschaftszweigen förderte. Diese Entwicklung wurde in den 1990er Jahren durch öffentliche und private Initiativen zur Rodung des Waldes und zur Ersetzung der einheimischen Vegetation durch exotische Plantagen für die Holzproduktion verschärft. Infolgedessen wurden viele Ogiek aus dem Wald vertrieben und mussten ihr angestammtes Land und die traditionelle Imkerei aufgeben. In den letzten Jahren haben die Ogiek ihr Land durch Gerichtsverfahren zurückerlangt, und es wurden Anstrengungen unternommen, die traditionelle Imkerei wiederzubeleben. Heute betreiben viele Ogiek – Männer wie Frauen – Imkerei und verwenden dabei oft sowohl traditionelle Baumstammbeuten als auch westliche Beuten mit beweglichen Rahmen.
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