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Die Süße des Honigs
Die natürliche Süße des Honigs symbolisiert die schönen Seiten des Lebens und wird in Gebäck und an verschiedenen Feiertagen wie Rosch Haschana, dem jüdischen Neujahr, verzehrt. Die Feiernden tunken Apfelscheiben in Honig und sprechen anschließend ein Gebet für ein gutes und süßes Jahr. Der Honig symbolisiert hier die Hoffnung auf ein glückliches und erfolgreiches neues Jahr. Im Midrasch (dem biblischen Kommentar zur Heiligen Schrift) ist Honig eine Metapher für die Süße und Weisheit der Tora. So steht Honig beispielsweise in König Salomos Vers „Honig und Milch unter deiner Zunge“ für die Süße der Worte der Tora. Dementsprechend werden Honig und Milch auch am Schawuot-Fest, das die Offenbarung der Tora feiert, konsumiert. Der Talmud gibt zudem Hinweise auf die positiven Wirkungen von Honig, wie etwa die Verbesserung des Sehvermögens oder des Gedächtnisses. |
Kurz nachdem Simson einen jungen Löwen mit bloßen Händen erlegt hatte, fand er in dessen Kadaver einen Bienenschwarm und aß von dem Honig, den sie produziert hatten. Kurz darauf, bei seiner Hochzeitsfeier, stellte Simson den Gästen folgendes Rätsel: „Aus dem Fresser kam etwas zu essen, und aus dem Starken kam etwas Süßes“ (Richter 14,14). Die Gäste, die den versprochenen Preis gewinnen wollten, drängten die Braut, die Lösung herauszufinden. Nachdem sie ihren frisch angetrauten Ehemann angefleht hatte, gab er ihr die Antwort: „Was ist süßer als Honig? Was ist stärker als ein Löwe?“ (Richter 14,18). Die Braut erzählte es den Gästen, doch Simson erkannte bald, dass er getäuscht worden war. Wütend verließ er die Hochzeit, und die Braut heiratete einen anderen Mann.
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